Baustellenkoordinator

Baustellenkoordination

Das Gesetz über die Koordination der Sicherheits- und Gesundheitsschutzmassnahmen bei Bauarbeiten (Bauarbeitenkoordinationsgesetz, BauKG) dient insbesondere der Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer auf Baustellen. Es ist anwendbar auf Baustellen, auf welcher Arbeitnehmer verschiedener Arbeitgeber gleichzeitig oder aufeinander folgend beschäftigt sind.

Bauarbeiten im Sinne des Baustellenkoordinationsgesetzes sind unter Anderem:

  • Aushub, Erdarbeiten
  • Bauarbeiten
  • Errichtung und Abbau von Fertigbauelementen
  • Einrichtung oder Ausstattung
  • Umbau, Renovierung, Reparatur, Sanierungen, Wartungsarbeiten, Instandhaltungs-, Maler- und Reinigungsarbeiten
  • Abbauarbeiten und Abbrucharbeiten

Der Bauherr berücksichtigt bei der Planung und Ausführung eines Bauvorhabens die allgemeinen Grundsätze zur Verhütung von Gefahren für Sicherheit und Gesundheit gemäss dem Arbeitsgesetz der einschlägigen Verordnungen. Er kann diese Aufgaben einem Planungs- und Baustellenkoordinator übertragen.

Bei Baustellen, bei der die voraussichtliche Dauer der Arbeiten mehr als 30 Arbeitstage beträgt und auf der mehr als 20 Arbeitnehmer gleichzeitig beschäftigt werden; oder deren voraussichtlicher Umfang 500 Personentage übersteigt, ist dem Amt für Volkswirtschaft eine Vorankündigung zu übermitteln. Die Vorankündigung hat vor Beginn der Bauarbeiten zu erfolgen.

Der Bauherr hat dafür zu sorgen, dass vor Eröffnung einer Baustelle, für die eine Vorankündigung erforderlich ist oder besonders gefährliche Arbeiten ausgeführt werden, ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan erstellt wird.

Besonders gefährliche Arbeiten sind unter anderem

  • Arbeiten, bei denen die Arbeitnehmer der Gefahr des Verschüttet werden, des Versinkens oder des Absturzes ausgesetzt sind, die durch die Art der Tätigkeit, die angewandten Verfahren oder die Umgebungsbedingungen am Arbeitsplatz bzw. auf der Baustelle verstärkt wird;
  • Arbeiten, bei denen die Arbeitnehmer chemischen oder biologischen Stoffen ausgesetzt sind, die entweder eine besondere Gefahr für die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer darstellen oder für die gesetzlich eine Gesundheitsüberwachung vorgeschrieben ist;
  • Arbeiten mit ionisierenden Strahlungen;
  • Arbeiten in der Nähe von Hochspannungsleitungen oder Gasleitungen;
  • Arbeiten, bei denen die Gefahr des Ertrinkens besteht;
  • Brunnenbau, unterirdische Erdarbeiten und Tunnelbau;
  • Arbeiten mit Tauchergeräten oder Druckkammern;
  • Arbeiten, bei denen Sprengstoff eingesetzt wird;
  • Errichtung oder Abbau von schweren Fertigbauelementen.

Planungs- und Baustellenkoordinator

Die Verordnung zum Bauarbeitenkoordinationsgesetz (Bauarbeitenkoordinationsverordnung, BauKV) regelt die beruflichen Anforderungen an den Planungs- und Baustellenkoordinator. Das Amt für Volkswirtschaft führt ein öffentliches Verzeichnis über alle natürlichen und juristischen Personen, die als Planungs- oder Baustellenkoordinator bei grossen Bauprojekten tätig sind.